Was ist das eigentlich?

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Unsere Gesellschaft wird offener und vielfältiger. Und das ist gut so! Doch manche Unternehmen bilden diese Verschiedenheit der Menschen nicht immer ab. Wer Murat heißt, dunkelhaarig ist oder Kopftuch trägt, hat es schwerer, einen Job zu bekommen. Frauen in Führungsetagen sind immer noch Ausnahmeerscheinungen, und Personen, die nicht die heterosexuelle Norm lieben, zeigen das am Arbeitsplatz oft nicht – aus Angst vor Diskriminierung. Genau hier setzt das sogenannte Diversity Management an.

Der englische Begriff Diversity bedeutet Vielfalt, und die soll in den Betrieben gefördert werden. Das heißt nicht nur, dass Menschen unabhängig von Aussehen, Haar- und Hautfarbe, unabhängig von der sozialen oder internationalen Herkunft, unabhängig von Behinderungen, unabhängig von Alter, Geschlecht und sexueller Orientierung gleiche Chancen auf Einstellung und Aufstieg erhalten. Diversity Management sorgt zudem oft dazu, dass eine offene, diskriminierungsfreie Arbeitsatmosphäre entsteht. So können im Unternehmen die unterschiedlichen Bedürfnisse der Mitarbeitenden gesehen und nach Möglichkeit berücksichtigt werden. Das wären zum Beispiel flexible Arbeitszeitmodelle für Eltern oder Menschen, die Angehörige pflegen. In anderen Fällen vielleicht auch Gebetsräume, Unisex-Toiletten oder spezielle Leitsysteme für sehbehinderte Kollegen.

Von Vielfalt profitieren alle

In einem Unternehmen soll ein neues Produkt, eine neue Geschäftsidee entwickelt werden. Es gibt zwei Teams.

Das eine Team besteht aus lauter weißen, jungen und alleinstehenden Männern, die eine ganz ähnliche berufliche Entwicklung hinter sich haben.

In dem anderen Team sind Männer und Frauen in unterschiedlichen Lebenssituationen, die zusammenarbeiten und in das ihre Perspektiven und Erfahrungen als Eltern, queere Personen oder Menschen aus einem anderen Kulturkreis einfließen.

Welches Team wird wohl die besseren Ideen und Ergebnisse liefern?

Interessante Beobachtungen sind unter anderem auch, dass diverse Teams bessere Ergebnisse bringen, weil sie ein Problem aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten und kreative Lösungen finden.

Inzwischen ist dies sogar durch Studien erwiesen. Diverse Teams kommen auf kreativere Lösungen – einer der Gründe dafür, dass immer mehr Unternehmen durch Diversity Management die Vielfalt gezielt fördern.

Eine Studie von 2020 der Initiative Charta der Vielfalt zeigt deutlich, dass auch die Mitarbeitenden von einem diversen Arbeitsumfeld profitieren. Es fördert die Zufriedenheit, die Motivation und man fühlt sich dem Unternehmen stärker verbunden.

Aber das ist kein Wunder: Wird im Unternehmen Diversität gefördert und wirklich geschätzt, können sich Mitarbeitende mit ihrer gesamten und echten Persönlichkeit einbringen, statt ihre Potenziale zu unterdrücken und sich anzupassen. Jeder hat andere Erfahrung, anderes Wissen und man so viel voneinander lernen. Und das macht sich wiederum im Unternehmenserfolg bemerkbar. Die McKinsey-Studie „Diversity Wins – How Inclusion Matters“ (2019) fand sogar heraus, dass diverse Unternehmen mit größerer Wahrscheinlichkeit überdurchschnittlich erfolgreich sind.